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Seminar

Frei gewähltes Spiel,
eine gewöhnliche Magie

„Ich kenne keine andere Art, mit grossen Aufgaben zu verkehren, als das S p i e l : Dies ist, als Anzeichen der Größe, eine wesentliche Voraussetzung“

Friedrich Nietzsche Ecce homo. Warum ich so klug bin, Aph. 10, KSA 6, S. 297.

Für: Pädagog*innen für alle Altersstufen, Freizeitpadagog*innen, Eltern, Jugendarbeiter*innen, Jugendbetreuer*innen

Das Seminar bietet Tools, Übungen und Spiele, die sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Nach jedem praktischen Teil folgt ein theoretischer, um die Inhalte zu vertiefen.

Das Seminar endet in einen Maßnahmenplan, in dem jeder/jeder Teilnehmer*in spezifisch, auf den jeweiligen Arbeitsplatz abgestimmt, Lösungen und optimierte Bedingungen sowohl schriftlich als auch grafisch erarbeitet und darstellt..

Die Grundlage des Workshops ist das dreijährige Projekt CAPS, entwickelt auf der Basis zweier britischer Good Practise-Modelle (Playwork und OPAL-Programme).

Wenn die Kinder Zeit, Raum und Unterstützung für das freigewählte Spiel haben, dann:
genießen sie die Spielzeit und lernen wieder leichter; sie benötigen weniger Hilfe bei Vorfällen und kleinen Unfällen; sie sind körperlich aktiver und engagieren sich in einer Vielzahl von Spielformen miteinander; es gibt weniger Verhaltensprobleme; die Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kinder sind besser.

Ein Grundverständnis für frei gewähltes Spiel entwickeln durch:

    • Erkennen der Wichtigkeit des Spieles für die Kinderentwicklung
    • Entdecken von Möglichkeiten, um das Spiel zu unterstützen
    • Definieren der Rolle der Erwachsenen
    • Beleuchten des Themas Spielbarrieren
    • Am Ende des Seminars werden jeder/jede Teilnehmer*in spezifisch, auf den jeweiligen Arbeitsplatz abgestimmt, Lösungen und optimierte Bedingungen sowohl schriftlich als auch grafisch erarbeiten und darstellen.
    • Zuordnung von Spiel-Erinnerungen
    • Spiele und Übungen, um die Qualität des „sinnlosen“ Spiels zu erfassen
    • Möglichkeiten um Zeit, Raum und Unterstützung für das frei gewählte Spiel zu finden
    • Forschungsergebnisse, Korrelationen zwischen Spiel und kognitiv-, sozialen Fähigkeiten, sowie Dispositionen
    • Tools, die sofort im (Schul)Alltag umsetzbar sind z.B. Theorie der losen Teile
    • Spieltheoretische Grundlagen
    • Erfahrungen von spielfreundlichen Schulen aus Europa
    • Die Spielbegleiter*innen-Prinzipien
    • Die Prinzipien des OPAL
    • Bewusstwerdung der eigenen Positionierung gegenüber dem Spiel der Kinder
    • geeignete Interventionen im Kinderspiel
    • Hindernisse für das Spiel
    • Unterschied zwischen Gefahr und Risiko
    • Maßnahmenplan -Vorschläge für sofort umsetzbare Veränderungen am Arbeitsplatz, erste Schritte

Die/der Seminarteilnehmer*innen

    • hat Kenntnisse über die Bedeutung des frei gewählten Spiels für die psychische und physische Gesundheit der Kinder
    • weiß wie sie/er das frei gewählte Spiel am besten fördern kann
    • kann die Übungen, Spiele und Tools im Arbeitsalltag umsetzen
    • ist sich bewusst, wie sie/er auf das Spiel der Kinder wirkt und das Spiel auf sie/ihn
    • ist in der Lage gezielt und überlegt zu intervenieren
    • kann ihre/seine Arbeit (selbst) reflektierten

Eine kleine Auswahl beliebter Übungen und Spiele zum Seminar

TN = Teilnehmer*innen
SL = Spieleiter*in

Das Spiel baut die Berührungsängste ab, ohne dass explizit darauf aufmerksam gemacht wird. Dabei entsteht sehr schnell eine lustige, energiegeladene Spielatmosphäre. Die Spielregeln sind sehr einfach: verschiedene Arten der Begrüßung, wie z.B. „Hallo“ in der Muttersprache/andere Sprache, winken, verbeugen, singend, etc., werden von der Spielleitung vorgeschlagen. Die Begrüßung soll immer in 30 Sekunden und mit so vielen Personen wie möglich stattfinden.

Paare bilden. Jede*r Teilnehmer*in bekommt ein Stück weißes Papier und einen Stift oder Bleistift und etwas Festes, worauf sie sich stützen können. Die Aufgabe ist es, gleichzeitig das Porträt des Partners zu zeichnen. Dabei muss aber das Papier über dem Kopf platziert werden, um nicht sehen zu können, was man zeichnet. Fragen: „Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr die ersten Anweisungen bekommen habt und was hat sich geändert als ihr gehört habt, dass ihr über dem Kopf zeichnen müsst?“ (Parallelen zum Spiel, z.B. Prozess über Produkt, „als ob“, Momente des Unsinns, positive Wirkung.)

In einer bequemen Position, in Reichweite von Papier und Stiften, sitzen. Sich an die Zeit zurück erinnern, als die TN 9 oder 10 Jahre alt waren. Dann, über einen Lieblingsplatz nachdenken, an dem sie gespielt haben, vorzugsweise, aber nicht unbedingt im Freien. Anschließend eine Karte dieses Raumes zeichnen. Dabei sollte auf die Eigenschaften des Raumes geachtet werden, inklusive Menschen und materielle Objekte die oft dort waren, sowie Namen für bestimmte Orte. Wie war das Gesamtgefühl dieses Raumes, wurde irgendwo gespielt, wo es nicht erlaubt war zu spielen, etc.

Als nächstes die Zeichnungen mit der Gruppe teilen und über die Spielerinnerungen erzählen, wobei der Schwerpunkt auf der Umwelt liegt. (gemeinsame Diskussion über ähnliche oder unterschiedliche Spielräume – was sagt das über die Definition des Spiels?)